Ein Roadtrip durch den Yukon, kombiniert mit Wanderungen, wird im Yukon schnell zum Trip of a Lifetime. Hier meine Tipps für die perfekte Route.
Herbst im Yukon! Die intensive Gelbfärbung der Blätter führt zu einem Goldrausch, ähnlich wie er im 19. Jahrhundert Hunderttausende von Glücksrittern in den Yukon lockte.
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Allerdings wird dieses Gold nicht in den Bächen geschürft, sondern die Besucher suchen heute ihr Glück im vergänglichen Farbrausch. Auch die Tundra verfärbt sich und mit etwas Glück kann man die ersten Nordlichter sehen.
Es gibt nur noch wenige Orte auf der Welt, die sich eine solche Ursprünglichkeit bewahrt haben.
Die Ureinwohner, seit Jahrtausenden im Überlebenskampf geübt, jagen und fangen wie eh und je. Jede Reise ist hier eine Reise in die Wildnis. Ein Roadtrip durch den Yukon in Kanada, kombiniert mit Wanderungen, wird schnell zum Trip of a Lifetime.
Hier unsere Reiseroute ↓
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Mein Tipp: Plane genügend Zeit ein, denn der Yukon ist groß und die Rundreise kreuzt mehrmals den US-Bundesstaat Alaska.
Um sich die Ausmaße besser vorstellen zu können, hier ein Vergleich:
Mit 482.443 km² ist der Yukon 1,3 mal so groß wie Deutschland, Deutschland hat aber fast 2.000 mal so viele Einwohner.
Wenn man hier auf Menschen trifft, sind sie sehr hilfsbereit und freundlich. Und die Weite des Landes lässt viel Raum für Abenteuer.
Hier meine Tipps für Orte die du bei einem Roadtrip im Yukon/Kanada unbedingt sehen solltest:
Whitehorse
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Als Hauptstadt des Yukon gehört Whitehorse, am berühmten Yukon River gelegen, zu jeder Reiseroute. An diesem Verkehrsknotenpunkt treffen sich die beiden großen Highways: der Alaska Hwy und der Klondike Hwy. Optisch mag die Stadt nicht gerade ein Hingucker sein, aber hier findet der Reisende alles, was er für das Abenteuer Yukon braucht. Im Stadtzentrum findet man noch viele alte, denkmalgeschützte Häuser. Daneben gibt es eine aktive Kunstszene, Galerien, Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten.
MacBride Museum (www.macbridemuseum.com)
Yukons erstes - und kürzlich erweitertes - Museum bietet einen umfassenden Überblick über die Menschen und bahnbrechenden Ereignisse, die die Geschichte des Territoriums geprägt haben. Der moderne Anbau umschließt das 1900 erbaute Telegrafenamt - das kleine Holzhaus ist das älteste Gebäude in Whitehorse.Whitehorse ist ein beliebter Ausgangspunkt für Kanu- und Kajaktouren, von Halbtagestouren auf dem Yukon bis hin zu mehrtägigen Expeditionen nach Carmacks oder sogar Dawson City. Für diejenigen, die keine oder nur wenig Erfahrung mit dem Kanu haben, empfiehlt sich die 25 km lange und vierstündige Fahrt zur Takhini-Brücke.
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Auf in die Wildnis
Der insgesamt 714 Kilometer lange Klondike Highway führt von der Hauptstadt Richtung Norden. Vorsicht: Auch auf den Asphaltstraßen im Yukon sollte man stets auf der Hut sein: Schlaglöcher und Schotterabschnitte sind keine Seltenheit. Ein guter Zwischenstopp, um sich auf der holprigen Straße die Beine zu vertreten, sind die Five Finger Rapids nördlich von Carmacks. Ein 800 m langer Pfad führt über Treppen hinunter zum Fluss. Während des Goldrausches versuchten Raddampfer, die Basaltsäulen zu durchfahren. Viele verloren dabei ihr Hab und Gut. Seitdem sind aus den fünf Fingern vier geworden. Einer der Felsen wurde gesprengt, um die Schifffahrt sicherer zu machen. Weiter geht's:
Dawson City
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Die Stadt mit Wild West Charme liegt am Zusammenfluss von Yukon und Klondike River, nur 240 km südlich des Polarkreises. Hier war das Epizentrum des Klondike-Goldrausches. Heute kann man auf den unbefestigten Straßen an alten, bunt bemalten Holzhäusern vorbei schlendern und dabei so fragwürdige Getränke wie den Sour Toe Cocktail (ein Drink, in dem ein echter menschlicher Zeh schwimmt) zu sich nehmen.
Dempster Highway
Eigentlich müsste der nach dem wenig bekannten Polizisten William Dempster benannte Highway „Michelin Hwys“ oder „Goodyear Hwy" heißen - nach den unzähligen Reifen, die hier schon geplatzt sind.
Die 736 Kilometer lange Strecke (wenn man sie ganz nach Norden bis Inuvik fährt) ist eine der letzten großen Abenteuerrouten Nordamerikas. Sie schlängelt sich durch kahle Gebirgszüge und grüne Täler, vorbei an weiten Tundralandschaften und durch den Tombstone Territorial Park.
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Mein Tipp: unbedingt vorher bei der Autovermietung abklären, ob das Fahren auf dem Dempster Highway in der Versicherung enthalten ist.
Tombstone Territorial Park
Wo sonst auf der Welt trifft borealer Wald auf alpine und arktische Tundra? Der Tombstone Territorial Park - auch das Patagonien Kanadas genannt - schützt 2.200 km² einzigartige Wildnis: Schroffe Gipfel, weite Tundra, Bären und leuchtende Blumen machen einen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der beste Ausgangspunkt, um den Park zu erkunden, ist das Tombstone Interpretive Centre (vom 13. Mai bis 24. September täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr geöffnet) am Dempster Highway bei Kilometer 71,5. Tombstone lässt sich am besten auf einer der vielen Wanderungen erkunden, die es von einer Stunde bis zu 3 Tagen mit Backcountry Camping gibt. Bärenspray nicht vergessen!
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Top of the World Highway
Die 281 km lange Schotterstraße verbindet Dawson City im Yukon mit dem Alaska Highway bei Tetlin Junction. Eigentlich sind es zwei Highways: Im Yukon heißt er Top of the World Highway und in Alaska Taylor Highway.
Achtung: Für die Einreise nach Alaska braucht man ein gültiges ESTA und die USA sind der Yukon-Zeit eine Stunde voraus.
Die karge Berglandschaft ist mit hoch aufragenden Felsen übersät und - wenn man ein bisschen Glück hat - mit weidenden Rentieren. Groß ist die Freude, wenn man auf dem Alaska Highway wieder Asphalt unter den Reifen hat. Weiter geht die wilde Fahrt ostwärts zurück in den Yukon und zum ...
Mein Tipp: unbedingt vorher bei der Autovermietung abklären, ob das Fahren auf dem Top of the World Highway und Alaska in der Versicherung enthalten ist.
Kluane National Park & Reserve
Der von der UNESCO als „Reich aus Bergen und Eis" bezeichnete Nationalpark mit den größten Eisfeldern außerhalb der Pole erstreckt sich südlich des Alaska Hwy bis zur Grenze nach Alaska.
Klicke auf das erste Bild um die Fotostrecke zum Kluane Nationalpark zu starten:
Hier treffen drei weitere Superlative aufeinander. Erstens ist der Mount Logan mit 5959 Metern der höchste Berg Kanadas, zweitens ist der türkisblaue Kluane Lake der größte See im Yukon und drittens lebt zwischen den Parkgrenzen die größte Grizzlypopulation des Landes. Zusammen mit dem Tatshenshini-Alsek Provincial Park im Süden in British Columbia und dem Wrangell-St. Elias National Park im Westen bildet er eines der größten Naturschutzgebiete der Welt. Jenseits der Berge, die man vom Alaska Hwy aus sehen kann, liegen über 200 Gletscher, von denen etwa die Hälfte nicht einmal einen Namen hat. So richtig nah kommt man ihnen nur bei Rundflügen oder mehrtägigen Wanderungen. Besonders schön ist die Tagestour zum Sheep Creek, bei der man mit etwas Glück Dall-Schafe beobachten kann.
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Haines Highway
Die 259 Kilometer zwischen Haines Junction im Yukon und Haines in Alaska ziehen an einem vorbei wie eine beeindruckende Naturdokumentation im XXL-Format. Der Fernseher ist die Frontscheibe. Es fällt schwer, sich auf die Straße zu konzentrieren, denn draußen ziehen die St. Elias Mountains, die Wasserfälle der Million Dollar Falls (ein schöner Abstecher), Gletscher und Weißkopfadler vorbei. Auf der 20 km langen Wanderung zum Samuel Glacier im Tatshenshini-Alsek Provincial Park kommt man diesem und vielen anderen Gletschern ganz nah. In Haines lohnt sich ein Besuch im Chilkat State Park, wo man die Gletscher vom Meer aus bewundern kann - ein surrealer Anblick!
Auf nach Skagway
Die Fähre zwischen Haines und Skagway (beide Alaska) schlängelt sich durch das enge Chilkoot Inlet. Smaragdgrüne Berge fallen hier steil ins Meer ab.
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Das malerische Skagway an der Inside Passage wird im Sommer von Kreuzfahrtschiffen überlaufen.
Viele Gebäude stammen aus der Zeit des Goldrausches und sind heute Teil des Klondike Gold Rush National Historical Park. Die nostalgischen Touristenzüge der White Pass & Yukon Route Railroad passieren auf ihrem Weg nach Kanada den berüchtigten steilen Chilkoot Trail und bieten weite Panoramablicke auf die umliegenden Berge.
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Der Lower- und Upper Dewey Lake bieten sich für eine Wanderung an, um die unbeschreiblich schöne Landschaft auf sich wirken zu lassen.
Chilkoot Pass
Von Skagway schlängelt sich der bereits bekannte Klondike Hwy in Serpentinen steil hinauf zum gefürchteten Chilkoot Pass. Über weite Strecken folgt die Straße dem Gold Rush Trail, der Route der Klondike-Goldgräber. Autofahrer haben es heute glücklicherweise deutlich leichter …
Das farbenfrohe Carcross ist das Kunstzentrum der Tagish First Nation mit zahlreichen Totempfählen, Wandmalereien, Galerien und Geschäften. Nördlich des Ortes befindet sich die „kleinste Wüste der Welt“. Das dörfchen ein guter Zwischenstopp auf dem Rückweg nach Whitehorse.
In meinem Blog Post "Plane dein Abenteuer in Kanada" findest du die besten Tipps zur Reiseplanung inklusive Mietwagenbuchung und Reservierung von Campingplätzen.